Körpersprache des Hundes
Quelle: www.vdhkoenigsheim.de
Die wichtigste Sprachform des Hundes ist die “Körpersprache”.
Mit dieser nicht verbalen Verhaltensweise übermittelt der Hund seinen jeweiligen IST- Zustand. Dabei wirkt der ganze Körper als Sender. Jedoch sind der Kopf und die Rute die wichtigsten Stationen der Signalgebung. Bei dieser Form der wortlosen Körpersignale und deren Bedeutung lassen sich zunächst zwei Kategorien unterscheiden:
Die Gruppe der Droh- und Aggressionselemente und die Gruppe der Demut- und Angstelemente. Weiterhin lässt sich allgemein feststellen, dass die Ausdruckselemente beider Gruppen sowohl einer wechselnden Intensität unterliegen als auch untereinander kombinierbar sind. Ein weiteres Merkmal der optischen Kommunikation ist, dass der Hund einzelne Elemente durch akustische oder taktische Signale ergänzt, z. B. wird das optische Zähnebelecken meist von Knurren begleitet usw.
Um die Stimmung und die Absicht eines Hundes richtig zu erkennen und zu deuten, dürfen wir uns nicht auf einen Signalgeber konzentrieren, z. B. die Gesichtsmimik oder die Rute, sondern müssen den Ausdruck des ganzen Körpers sowie die dazugehörigen akustischen oder taktilen Zeichen mit einbeziehen, denn der Hund kommuniziert mit Hilfe einer Kombination vieler Ausdruckselemente.
Lerne die wichtigsten Verhaltensweisen des Hundes richtig deuten.
1. Mundwinkelstoßen:
Ausdruck freundlicher Ergebenheit oder Zuneigung
2. Pfötchengeben:
Beschwichtigungsgebärde
3. Rückenrollen, freudig und spielerisch:
Aufforderung zum Spiel
4. Rückenrollen, mit ängstlicher Darbietung der Lendengegend:
totale passive Unterwerfung
5. demütig auf dem Boden liegend, Rute und Ohren angelegt, unterwürfig grinsend: Ausdruck passiver Unterwerfung
6. Rute hängt und wedelt, Kopf gesenkt, Ohren angelegt, Körperhaltung gedrückt: passiver Unterwerfungs-Grüßen
7. Rute wedelt hängend oder aufgestellt, Kopf gesenkt, Ohren angelegt, Körper in Verbeugehaltung, evtl. mit Pfötchengeben:
aktives Unterwerfungs-Grüßen
8. Rute hochgereckt wedelnd, Ohren aufgestellt, Körper in freudiger Verbeugehaltung, evtl. mit Pfötchengeben:
Aufforderung zum Spiel
9. Rute wedelt, Hund springt freudig empor:
Hund freut sich
10. Rute wedelt, Körperhaltung freundlich stehend:
Ausdruck freudiger Erregung und Zuwendung, Bereitschaft zur Kommunikation
11. Rute lässig hängend, Körperhaltung entspannt stehend:
Ausdruck von Zufriedenheit, Entspannung und Freundlichkeit
12. Rute hochgereckt, Ohren aufgestellt, Körperhaltung angespannt stehend:
Aufmerksamkeit, Spannung, Selbstsicherheit
13. Rute steif hochgereckt oder gerade, Haare gesträubt, Ohren aufgestellt, Gebiss entblößt, Körperhaltung angriffsbereit:
Angriffshaltung und letzte Drohung vor dem Angriff
14. Rute hängt oder eingeklemmt, Ohren angelegt, Haare gesträubt, Mundwinkel zurückgezogen, Zähne zeigend, Körperhaltung fluchtbereit:
Angst-, Verteidigungs-, oder Angriffs-Haltung eines Angstbeißers.
15. Ohren aufgestellt, Körperhaltung aufrecht sitzend, Kopf erhoben, Fang evtl. geöffnet:
Hund ist aufmerksam, wachsam, erwartungsvoll und angespannt. Zu Körpersprache (Beschwichtigungssignale (BSS) – Calming Signals)
Calming Signals
BSS. Sind: Wegschauen, Blick verkürzen, Seite – Rückenzeigen, hinsetzen, Kopf senken, erstarren, lecken, gähnen, kratzen, entlang gehen (streifen), bogenlaufen, Pfote heben, Geschwindigkeit reduzieren, Spielstellung (bedingt), urinieren (bedingt), kurzer Augenkontakt, schmatzen, blinzeln, Splitten, trennen,…
Die BSS erleichtern die Kommunikation und somit das Frieden halten in der Gruppe ungemein. Sie sind dazu da, um zu überleben, Aggression zu vermeiden, Frieden zu erhalten, die eigene Unversehrtheit zu wahren, Konflikte zu vermeiden, Ruhe zu bewahren, zu besänftigen, Stress zu vermeiden, …
BSS sind angeboren, müssen aber trainiert werden, da sie sonst als unnötiges in Vergessenheit geraten, der Hund verknüpft, dass sie Ihm nichts bringen, er keinen Nutzen davon trägt, nicht verstanden wird.
Sie können aber auch wieder erlernt werden, durch Verständigung untereinander, oder durch senden der BSS des Hundeführers.
Hunde die selbst nicht in der Lage sind BSS auszusenden können sie aber trotzdem verstehen
Vorteil: Alle Hunde kommunizieren gleich, allerdings wird ein BSS niemals mit demselben beantwortet.
Kein BSS hat eine bestimmte Bedeutung und kann nicht einzeln zugeordnet werden, das Erleichtert die Arbeit mit BSS ungemein, da man sie Individuell einsetzen kann und es keine Regel gibt wann welches BSS in Einsatz kommt.
Durch Beobachtung des eigenen Hundes und dessen Reaktion auf ein BSS kann man diese ganz leicht ohne viel Aufwand in das tägliche Arbeiten mit seinem Hund einfließen lassen.